Der Schmuggel in Alberdi

Alberdi liegt auf einer kleinen Landzunge gegenüber von Formosa, Argentinien. Eigentlich ein Fischerdorf, heute jedoch wird gehandelt was illegal sein sollte. Gefälschte Klamotten, Nike Turnschuhe, Chanel und Prada … alles dabei. Kühlschränke und Klimaanlagen aus China werden in dutzenden auf kleinen Booten über den Fluß gebracht. Der Zoll auf der argentinischen Seite hat wohl auch Vorteile aus dem Handel.

In den Paketen kommen auch Waffen und Drogen über die Grenze. So ist für jeden was dabei und der Handel funktioniert. Als die Regierung in Paraguay vor 3-4 Jahren den Schmuggel verbieten wollte, gab es riesen Demonstrationen für den Erhalt der “Arbeitsplätze”. Wovon sollen die Schmuggler auch leben, wenn Schmuggel verboten wird.

Unser Plan war eigentlich unseren „Jules Verne“ und „Marianne de Paraguay“ Rum in diesen Verteiler zu schicken und so auch ein wenig in Argentinien zu verkaufen. Den Schmugglern die Arbeit ein wenig erleichtern und die Ware bis an die Grenze bringen.
Am Stadtrand … auf der einen Straße die auf die Landzunge führt, wurden wir von der Nationalpolizei aufgehalten. Erst waren es zwei. Da sie unseren Rum nicht kannten und ich auch nicht gleich schieren wollte wurde die Wirtschaftspolizei gerufen.

Alle Papiere wurden genau untersucht … keine Fehler, alles in Ordnung. Dann der Rum … „Jules Verne – Gold“ und „Marianne de Paraguay“ Rum … der Nationalstolz war den Bullen ins Gesicht geschrieben. Und ein paar Kisten „Lulu Moonshine“. Der Oberpolizist hat von allem Detailfotos gemacht. Wir sind überall registriert wo man muß, alle Steuern bezahlt … sie konnten einfach keinen Fehler finden.

Dann ein Hoffnungsschimmer … der EAN war nicht aus Paraguay. Dummerweise war das auch legal. Nach einer Stunde und einem langen,

handgeschrieben Report der nichts aussagte, mussten sie uns gehen lassen.

Leider konnten wir unsere Ware nicht an die Schmuggler verkaufen … die wollten nur bekannte Marken. Johnnie oder Bacardi. „Pure Single Craft Rum“ ist noch kein Thema im Schmuggel. Craft Bier ist in den Kinderschuhen für Hipster und Oberschicht.
Da wir langsam Hunger hatten und ich nur noch 20.000Gs (3 Euro) dabei hatte, haben wir ein paar Kisten an die lokale Bodega verkauft. Erst wollten sie nicht – zu teuer … nach einem kleinen Tasting dann plötzlich doch. Der Bodegabesitzer guckt die Flasche an und freut sich wie ein Kind. Er sagt … “mein Land, mein Rum” dann ein Schlückchen – “hmmm que delicioso!” Wer Jules Verne Rum probiert kauft in der Regel. So lecker, geht nicht anders.